Kurz gesagt: 2025 wurden in Deutschland 348.813 Ehen geschlossen und 130.053 Ehen geschieden. 84 % der Paare mit gemeinsamem Haushalt waren verheiratet. Hinter diesen griffigen Zahlen stehen jedoch sehr unterschiedliche Lebenslagen: Mütter leisteten in der jüngsten Zeitverwendungserhebung deutlich mehr unbezahlte Arbeit als Väter, während Alleinlebende und Alleinerziehende 2025 ein wesentlich höheres Armutsrisiko trugen als Paarhaushalte. Dieser Datenreport macht fünf amtliche Befunde verständlich, prüfbar und frei wiederverwendbar.
Die fünf Grafiken sind als zitierfähige Mini-Ressourcen angelegt. Jede enthält einen sichtbaren Quellenhinweis, eine zugängliche Datentabelle, eine Einordnung der Grenzen sowie einen kopierbaren Einbettungscode. Wer alle Grafiken kompakt speichern oder in einer Redaktionssitzung verwenden möchte, kann den vollständigen Bericht herunterladen.
1. Eheschließungen: 2025 erneut historischer Tiefstand

In Deutschland wurden 2025 genau 348.813 Ehen geschlossen. Das waren 403 weniger als 2024 und damit ein Rückgang von rund 0,1 %. Destatis ordnet den Wert als niedrigsten Jahresstand seit Beginn der Zeitreihe 1950 ein. Die kurze Reihe zeigt zugleich einen wichtigen Kontext: Nach 373.304 Eheschließungen 2020 fiel die Zahl im Pandemiejahr 2021 auf 357.785, sprang 2022 auf 390.743 und sank anschließend drei Jahre in Folge.
Aus dem Tiefstand folgt nicht, dass Menschen Beziehungen unwichtiger finden. Die absolute Zahl hängt unter anderem von der Größe und Altersstruktur der Bevölkerung, vom Anteil unverheirateter Lebensgemeinschaften und von verschobenen Hochzeiten ab. Die Grafik beschreibt das registrierte Heiratsgeschehen – nicht die Zahl aller Partnerschaften und auch nicht deren Qualität.
| Jahr | Eheschließungen |
|---|---|
| 2020 | 373.304 |
| 2021 | 357.785 |
| 2022 | 390.743 |
| 2023 | 360.979 |
| 2024 | 349.216 |
| 2025 | 348.813 |
2. Scheidungen: klar unter dem Höchststand von 2003

2025 wurden 130.053 Ehen rechtskräftig geschieden. Gegenüber 2024 stieg die Zahl geringfügig um 716 Fälle beziehungsweise 0,6 %. Der Langfristvergleich sieht dennoch anders aus: Gegenüber 2003, dem höchsten Stand seit der deutschen Vereinigung, lag die Zahl 2025 um 39,2 % niedriger. Die Grafik verwendet deshalb bewusst einen Index: 2003 entspricht 100, 2025 entspricht 60,8.
Eine absolute Scheidungszahl ist keine persönliche Scheidungswahrscheinlichkeit. Dafür bräuchte man eine passende Bezugsgröße und eine Modellannahme über den gesamten Eheverlauf. Hinzu kommt, dass weniger Menschen heiraten und unverheiratete Trennungen in der Scheidungsstatistik nicht auftauchen. Destatis weist für 2025 eine durchschnittliche Ehedauer bis zur Scheidung von 14,6 Jahren aus. Das beschreibt die geschiedenen Ehen dieses Jahres, nicht die Dauer aller bestehenden Ehen.
| Vergleich | Wert | Lesart |
|---|---|---|
| 2003 | Index 100 | Höchststand seit der deutschen Vereinigung |
| 2025 | Index 60,8 | 39,2 % weniger als 2003 |
| Scheidungen 2025 | 130.053 | 0,6 % mehr als 2024 |
| Durchschnittliche Ehedauer | 14,6 Jahre | bis zur Scheidung im Jahr 2025 |
Amtliche Einordnung bei Destatis · Wer selbst vor einer schwierigen Entscheidung steht, findet im Trennungsklarheit-Kompass eine strukturierte Reflexion – keine statistische Prognose.
3. Paarformen: 84 Prozent leben als Ehepaar zusammen

Der Mikrozensus weist für 2025 rund 20,389 Millionen Paare in Hauptwohnsitzhaushalten aus. Davon waren 17,124 Millionen Ehepaare und 3,264 Millionen unverheiratete Lebensgemeinschaften. Das entspricht 84,0 beziehungsweise 16,0 %. Regional unterscheidet sich die Verteilung: In Ostdeutschland einschließlich Berlin lag der Anteil unverheirateter Lebensgemeinschaften bei 20,7 %, im Westen ohne Berlin bei 14,9 %.
Die Definition ist entscheidend: Als Paar zählt in dieser Statistik, wer eine Partnerschaft führt und im selben Haushalt lebt. Eine feste Beziehung mit zwei Wohnungen – häufig als „Living apart together“ bezeichnet – wird nicht als Paarhaushalt erfasst. Ebenso darf „ohne Kinder“ nicht automatisch mit lebenslang kinderlos gleichgesetzt werden: Dazu zählen auch Paare, deren Kinder bereits ausgezogen sind.
| Region | Paare insgesamt | Ehepaare | Lebensgemeinschaften |
|---|---|---|---|
| Deutschland | 20,389 Mio. | 84,0 % | 16,0 % |
| Westdeutschland ohne Berlin | 16,572 Mio. | 85,1 % | 14,9 % |
| Ostdeutschland einschließlich Berlin | 3,817 Mio. | 79,3 % | 20,7 % |
4. Unbezahlte Arbeit: ähnliche Gesamtzeit, andere Verteilung

Bei Müttern und Vätern ab 18 Jahren in Paarhaushalten mit Kindern lag die gesamte wöchentliche Arbeitszeit überraschend nah beieinander: 58 Stunden 56 Minuten bei Müttern und 59 Stunden 9 Minuten bei Vätern. Die Verteilung unterschied sich deutlich. Väter kamen im Durchschnitt auf 33 Stunden 47 Minuten Erwerbsarbeit und 25 Stunden 22 Minuten unbezahlte Arbeit. Bei Müttern waren es 18 Stunden 59 Minuten Erwerbsarbeit und 39 Stunden 56 Minuten unbezahlte Arbeit.
Damit leisteten Mütter in dieser Auswertung pro Woche 14 Stunden 34 Minuten mehr unbezahlte Arbeit. Dazu zählen etwa Küche, Putzen, Waschen, Einkaufen, Haushaltsorganisation, Betreuung, Pflege und Wegezeiten. Die oft als Mental Load bezeichnete Verantwortung für Erinnern, Planen und Antizipieren wird durch reine Zeitwerte jedoch nicht vollständig sichtbar. Die Statistik eignet sich deshalb als belastbarer Ausgangspunkt für ein Gespräch, nicht als Punktesystem gegen den Partner.
| Gruppe | Erwerbsarbeit | Unbezahlte Arbeit | Gesamtarbeit |
|---|---|---|---|
| Väter | 33:47 Std. | 25:22 Std. | 59:09 Std. |
| Mütter | 18:59 Std. | 39:56 Std. | 58:56 Std. |
Amtliche Zeitverwendungstabelle bei Destatis · Unser vertiefender Beitrag erklärt, wie Paare Mental Load in der Beziehung sichtbar und verhandelbar machen.
5. Armutsgefährdung: Haushaltslagen unterscheiden sich stark

2025 galten 16,1 % der Bevölkerung als armutsgefährdet. Die Unterschiede nach Haushaltstyp waren groß: 30,3 % bei Alleinlebenden, 28,9 % bei Alleinerziehenden, 12,0 % bei Paaren mit Kindern und 10,7 % bei Paaren ohne Kind. Rechnerisch lag die Quote bei Alleinlebenden damit rund 2,8-mal so hoch wie bei Paaren ohne Kind.
„Armutsgefährdet“ bedeutet in dieser EU-SILC-Auswertung nicht automatisch akute materielle Not. Es bezeichnet ein verfügbares Äquivalenzeinkommen unter einer relativen Schwelle. Die Werte sagen auch nichts darüber aus, ob eine Person freiwillig allein lebt oder wie unterstützend eine Beziehung ist. Sie zeigen aber, dass Haushaltsform und finanzielle Verwundbarkeit bei gesellschaftlichen und persönlichen Entscheidungen nicht ausgeblendet werden sollten.
| Haushaltstyp | Armutsgefährdungsquote 2025 |
|---|---|
| Alleinlebende | 30,3 % |
| Alleinerziehende | 28,9 % |
| Insgesamt | 16,1 % |
| Paare mit Kind(ern) | 12,0 % |
| Paare ohne Kind | 10,7 % |
Amtliche EU-SILC-Tabelle bei Destatis
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Methodik und Grenzen des Reports
Wir haben keine eigene Befragung durchgeführt. Die Zahlen wurden am 26. August 2026 aus öffentlich zugänglichen Destatis-Veröffentlichungen übertragen, rechnerisch geprüft und in ein einheitliches visuelles Format gebracht. Die Zeitreihe zu Eheschließungen zeigt veröffentlichte Jahreswerte. Der Scheidungsvergleich nutzt die von Destatis genannte Veränderung gegenüber 2003 als Index. Prozentvergleiche wurden nur dort berechnet, wo Zähler und Nenner eindeutig veröffentlicht sind.
Die fünf Grafiken bilden keinen gemeinsamen Datensatz. Eheschließungen und Scheidungen stammen aus amtlichen Bevölkerungsstatistiken, Paarformen aus dem Mikrozensus, Zeitverwendung aus der Erhebung 2022 und Armutsgefährdung aus EU-SILC. Unterschiedliche Erhebungswege, Definitionen und Berichtsjahre dürfen nicht vermischt werden. Insbesondere sind Mikrozensus-Zeitreihen durch methodische Änderungen teilweise eingeschränkt vergleichbar; 2025 werden bei den Paarformen Erstergebnisse gezeigt.
Die redaktionelle Auswahl folgt einer einfachen Frage: Welche Zahlen helfen dabei, öffentliche Diskussionen über Beziehungen sachlicher zu führen? Deshalb zeigen wir neben Ehe und Scheidung auch unbezahlte Arbeit und finanzielle Lebenslagen. Was die Daten nicht leisten, wird ebenso sichtbar gemacht wie das, was sie zeigen.
Von der Statistik zur eigenen Situation
Amtliche Zahlen können ein Gespräch öffnen, aber keine persönliche Entscheidung abnehmen. Wenn es bei euch konkret um Aufgabenverteilung geht, hilft neben dem Mental-Load-Beitrag ein regelmäßiges Beziehungstagebuch für Paare. Für schwierige Absprachen bietet der Satzgenerator zum Grenzen setzen konkrete Formulierungen. Wenn Gespräche festgefahren sind, erklärt unser Überblick zu Online-Paarberatung, Kosten und seriöser Hilfe, was Beratung leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.
Du möchtest die Zahlen auf euren Alltag übertragen? Der Mental-Load-Rechner trennt Bemerken, Planen, Ausführen und Nachhalten. Wenn ihr statt eines Alltagschecks eine passende Anlaufstelle sucht, filtert der DACH-Hilfefinder offizielle Beratungsangebote nach Land und Situation.
Häufige Fragen
Wie viele Ehen wurden 2025 in Deutschland geschlossen?
2025 wurden 348.813 Ehen geschlossen. Das waren rund 0,1 % weniger als 2024 und laut Destatis der niedrigste Jahreswert seit Beginn der Zeitreihe 1950.
Wie viele Ehen wurden 2025 geschieden?
2025 wurden 130.053 Ehen rechtskräftig geschieden. Gegenüber 2024 entsprach das einem leichten Anstieg von 0,6 %, gegenüber dem Höchststand 2003 jedoch einem Rückgang von 39,2 %.
Wie viele Paare in Deutschland sind verheiratet?
Im Mikrozensus 2025 waren 84,0 % der Paare mit gemeinsamem Haushalt Ehepaare. 16,0 % lebten als unverheiratete Lebensgemeinschaft zusammen.
Wie groß ist der Unterschied bei unbezahlter Arbeit?
In Paarhaushalten mit Kindern leisteten Mütter durchschnittlich 39 Stunden 56 Minuten und Väter 25 Stunden 22 Minuten unbezahlte Arbeit pro Woche. Das ist ein Unterschied von 14 Stunden 34 Minuten.
Darf ich die Grafiken auf meiner Website verwenden?
Ja. Die Grafiken stehen unter CC BY 4.0. Nenne und verlinke LebenOhneSorgen.de als Grafikquelle sowie Destatis mit der jeweiligen Datengrundlage und der Datenlizenz by-2-0. Bei Änderungen muss die Bearbeitung kenntlich gemacht werden.
Quellen
- Destatis: Eheschließungen und Scheidungen in Deutschland
- Destatis: Demografischer Wandel – Ehe und Scheidung
- Destatis: Paare mit und ohne Kinder nach Lebensform 2025
- Destatis: Zeitverwendung von Müttern und Vätern
- Destatis: Armutsgefährdung nach Haushaltstyp 2025
- Destatis: Datenlizenz und empfohlene Zitierweise

